Der Sylvensteinsee
Ich wohne südöstlich von München, einfach ideal, um einen schnellen Ausflug in das Gebirge oder zu den schönen Voralpenseen zu unternehmen! Nicht einmal eine Stunde dauert die Fahrt zum Sylvensteinsee, dem Tor zum Karwendel.
Nach einer knappen halben Stunde ist man bereits in Bad Tölz. Gerne halten wir hier beim Cafe Schuler an und nehmen uns den hervorragenden Bienenstich (Geheimtipp!) als Reiseproviant mit.
Dann geht es weiter an der Isar entlang Richtung Lenggries. Die Abfahrt in die Jachenau und weiter zum Walchensee lassen wir diesmal links liegen.
Nach weiteren 20 Minuten Fahrt sind wir nun am Sylvensteinsee (--> siehe auch technische Daten zum Sylvensteinsee) und damit schon am Nordrand des Karwendels.
Zum Sylvensteinsee führt übrigens auch ein schöner Radweg, der ganz unabhängig von der Autostraße im letzten Stück über einen Tunnel zum Sylvensteinsee hinaufführt.
Oben an der Staumauer angekommen, fällt die Entscheidung schwer: sich links halten und zum Achensee in Tirol (der östliche Abschluss des Karwendelgebirges) oder eher rechts abbiegen und weiter Richtung Fall und Vorderriß? Meistens entscheiden wir uns für den Weg rechts, fahren also erstmal zur Sylvensteinbrücke. Hier lohnt sich ein Fotostopp immer!
Besonders schön ist es, wenn sich die umliegenden Berge im See spiegeln, was allerdings wegen des häufig blasenden leichten Windes nicht allzu häufig vorkommt.
Aber die jedesmal unterschiedlichen Farben des Sees (mal türkis, mal dunkelgrün oder auch alle Schattierungen von blau) sind allein den Stopp immer wert...
Bei dem Parkplatz an der Brücke kann man einen kleinen Pfad nach oben steigen, zu einem kleinen Rastplatz mit Tisch. Zeit, den mitgebrachten Bienenstich und den Ausblick auf den See, die Brücke und die Berge zu genießen :-)
Im Herbst 2006 hatte ich das Glück, eine wirklich faszinierend bunte Herbst- färbung am Sylvensteinsee zu erleben. Die Wälder "loderten" in den schönsten Herbstfarben... fast unwirklich! Dass dann auch noch das Wetter mitmachte und der See ruhig und glatt wie ein Spiegel lag, war natürlich ein Super- Glück und führte dazu, dass ich mich nur schwer von diesem Anblick trennen konnte.
Muss man da noch zum "Indian Summer" nach Nordamerika fahren? Ich glaube nicht! Die Erfahrung über die Jahre zeigt aber, dass man schon sehr großes Glück haben muss, die Herbstfärbung mit Spiegelung so gut zu erwischen!
Ca. einen halben Kilometer weiter liegt der Ort Fall. Fall war ein beliebtes Ziel für prominente Jäger, wie z. B. den bayerischen Mundart-Dichter Ludwig Ganghofer. Seine zahlreichen Besuche in Fall motivierten ihn zum Roman Der Jäger von Fall, der auch mehrfach verfilmt wurde.
Ursprünglich lag Fall direkt an der Isar im Tal, ziemlich genau da, wo von Norden aus gesehen jetzt die Sylvenstein-Brücke beginnt (siehe auch die historische Karte von Fall). Damals bestand Fall größtenteils aus Holzhäusern. Es gab allerdings auch ein Gasthaus, eine 1740 erbaute Kapelle sowie ein Forstamt.
Als 1954 die Bauarbeiten für den Sylvensteinspeicher begannen, musste das ganze Dorf abgerissen und die Bevölkerung zwangsumgesiedelt werden, da ab 1959 das ganze Tal mitsamt dem Dorf des Sylvensteinspeichers geflutet werden sollte. Fall wurde einige hundert Meter weiter oben an der Straße zwischen Lenggries und Vorderriß wieder neu aufgebaut und Neu-Fall genannt. Die Grundmauern von Altfall sind nur nach langen Trockenperioden sichtbar. Jedoch nicht die Kirchturmspitze, wie immer wieder behauptet wird... die wurde nämlich ebenfalls abgerissen.
Bildergalerie: alte Ortsansichten von Fall
Vor dem Abzweiger nach Fall (also nördlich von Fall) gibt es links einen großen Parkplatz und die Möglichkeit, im Wohnmobil zu übernachten. Wir halten hier immer mal wieder, weil es auch eine sehr gepflegte Toilette gibt.
Weiter geht es Richtung Vorderriß, aber nicht lange... denn ziemlich schnell nach Fall zweigt rechts eine kleine, leicht zu übersehende Stichstraße steil zum See ab. Hier gibt es eine Liegewiese, im Sommer eine kleine Holzbadeinsel im See und Grillmöglichkeiten. Dabei ist eine Fischerhütte in der im Sommer oft die Wasserwacht anzutreffen ist. Von hier hat man einen schönen Blick Richtung Süden in die Täler der Isar und des Rißbachs.
Zurück auf der Hauptstraße ist es nicht mehr weit bis nach Vorderriß, wo erneut die Entscheidung getroffen werden muss: nach links in das Tal des Rißbachs und weiter nach Hinterriß und über die Mautstraße zum Ahornboden oder gleich rechts über die Isarbrücke in das Isartal und über die Mautstraße nach Wallgau.
Die Ticket der Mautstraße nach Wallgau gilt übrigens auch für die Mautstraße am südlichen Walchenseeufer entlang Richtung Jachenau und weiter nach Lenggries zurück - sodass man eine schöne Rundfahrt machen kann!
C-Muc's
Webpages

























