Mein Graupapagei Charlie
Charlie
Charlie ist ein Kongo-Graupapagei und hier in Deutschland gezüchtet. Er ist seit 1991 bei uns.
Der Graupapagei (Psittacus erithacus) ist eine Vogelart aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). Mit ca. 33 cm Körperlänge und bis zu 450 g Körpergewicht ist er einer der großen Papageien Afrikas.
Stolze Charlene!
Nachdem Charlie jetzt also seit mehr als 17 Jahren bei uns ist, überraschte er uns im vergangenen Jahr (August 2008) damit, dass er ein Ei legte, einfach so... auf den Käfigboden! Er/Sie lebt allein bei uns und bisher hatten wir angenommen, dass er ein "er" wäre.
Ich nahm Kontakt mit der ortsansässigen Tierklinik auf, die mir aber sagten, dass sie sich mit Papageien nicht auskennen und ich solle mich an einen Spzialisten werden. Ansonsten wäre "Eier legen" ja das Normalste von der Welt und wenn ich sonst nichts Auffälliges an ihr entdecke, könne ich mal zuwarten. Das Ei solle ich ihr aber nehmen.
Ich nahm ihr (jetzt "Charlene") das Ei weg, doch eine Woche später kam das nächste Ei!
Jetzt nahm ich telefonisch Kontakt zu einem Vogelexperten auf. Es ist aber gar nicht einfach, jemanden zu finden, der sich mit Papgeien auskennt. Schließlich landete ich bei Frau Dr Reball in Unterhaching bei München, die mich telefonisch auf's Feinste beriet.
Tierärztliche Fachpraxis Dr. med. vet. Heike Reball
Fachtierärztin für Geflügel, Wild-, Zier- und Zoovögel
82008 Unterhaching, Landkreis München
Inselkammerstraße 1
Termine nach Vereinbarung
Telefon: 089 / 61 20 88 05
http://www.vogeltierarzt-reball.de/profil.htm
Also, ich solle das Ei nicht wegnehmen, sie brüten lassen und ihr als Nestersatz eine Schachtel in den Käfig stellen, damit sie es bequemer habe und dazu Kalk zum Futter geben. Denn die Bildung der Eierschale verbraucht viel Kalk.
Gesagt, getan! Charlene bekam eine schöne bequeme Blumenschale als Nestersatz auf den Käfigboden gestellt, die ich mit Vogelsand befüllte, da ich nicht wollte, dass sie irgendwelches Material vielleicht versehentlich fraß.
Ab diesem Zeitpunkt sahen und hörten wir unseren Papagei für ca 2 Monate so gut wie nicht mehr. Nur noch zum Fressen und Trinken kam sie kurz nach oben, um dann sofort wieder auf das Nest zurückzukehren. Eigentlich erstaunlich, dass ihr Instinkt sie so genau leitete. Andererseits tat sie mir leid, da ihre Bemühungen ja definitiv nicht von Erfolg gekrönt sein würden. Außerdem machte ich mir Sorgen, dass das Ei zu stinken beginnen könnte. Was es aber definitiv nicht geschah.
Die Zeit war einerseits erholsam für uns, da wir uns nicht ihr tägliches Krakelen anhören mußten. Allerdings ging es uns dann ziemlich schnell ab. Es war einfach zu still und "komisch", Tag für Tag einen quasi leeren Käfig vor Augen zu haben.
Ich dachte schon, ob sie jetzt wohl nie mehr "nach oben" kommen würde?! In der Zwischenzeit hatte sie nämlich noch Ei Nummer 3 und 4 gelegt. Die Eier nahm ich weg und ließ ihr ein Ei und einen eiförmigen Stein, den ich ihr von Anfang an reingelegt hatte. Die neuen Eier blies ich aus und habe somit schöne, einmalige Erinnerungsstücke!
Dann nach ca. 2 Monaten hatte sie von einer Minute auf die andere keine Lust mehr zu brüten. Ohne, dass an ihrem Wesen sich etwas erkennbar geändert hätte, wollte sie nun nicht mehr in ihrem Nest sitzen! Sie kam nach oben und fing wieder mit ihren alten Gewohnheiten an. Endlich wieder Papageiengequatsche, -gepfeife, Klopf- und Kratzgeräusche usw. - erfinderisch wie immer! :-))
Sie heißt jetzt wieder Charlie, bis sie sich wieder überlegt, ein Ei zu legen.
Papageienei (weiß) im Vergleich zu Hühnerei (braun)








