Der Muonionalusta Eisen-Meteorit (Schweden)

 

Meteoritenname: Muonionalusta
Fundort: Schweden, Norrbotten, Kiruna, Muonionalusta
Koordinaten: 67°48' Nord, 23°6' Ost
Jahr des ersten Fundes: 1906
Klassifizierung: Eisenmeteorit, Valid (IVA) Oktaedrit, Bandbreite 0.3 mm

Größe: ca. 5 x 5 cm

 

Im Jahr 1906 fanden 2 Jungen beim Spielen einen sehr schweren, rostigen Stein, den sie mit nach Hause nahmen. Erst später wurde erkannt, dass es sich um einen Eisenmeteorit handelte. Erst 1946 wurde ein weiteres Teil des Meteoriten gefunden und dann beim Straßenbau 1963. Mittlerweile haben mehrere Expeditionen immer wieder Teile des Meteoriten gefunden, so dass man heute das Gesamtgewicht auf einige 1.000 Kg schätzt. Allein im Sommer 2008 wurden 1,2 Tonnen weiteres Material entdeckt!

 

Man nimmt an, dass der Meteorit vor ca 800.000 Jahren auf die Erde gefallen und aufgrund der nördlichen Lage in den Eiszeiten mehrmals von Gletschereis überlagert worden ist. Die Fundstücke müssen häufig ausgegraben werden, da sie auf Grund des Permafrostbodens, der im Sommer aufweicht, weiter eingesunken sind.

 

Der Meteorit zeigt nach dem Schleifen und Ätzen sehr schöne Widmanstätten-Strukturen, die im Foto oben als breite und weniger breite Linien erkennbar sind.

 

Als Widmanstätten-Strukturen werden die nur in meteoritischem Material nachweisbaren, charakteristischen Strukturen bezeichnet, die sichtbar werden, wenn Eisenmeteoriten angeschliffen, poliert und mit methanolhaltiger Salpetersäure angeätzt werden. Die Erklärung liegt in der unterschiedlichen Beständigkeit der Nickel-Eisen-Minerale Kamacit und Taenit. Während der Ni-arme Kamacit stärker angegriffen und aufgelöst wird, bleiben die Ni-reichen Taenitkristalle stehen.

Die Struktur entsteht in der zunächst homogenen Eisennickel-Legierung aus Taenit bei sehr langsamer Abkühlung (1 bis 100 Grad pro Millionen Jahre) zwischen 700 und 450 °C im festen Zustand durch Kristallisation des Kamacits entlang bestimmter in der Kristallstruktur des Taenits vorgegebener Flächen. So entstehen Platten von Kamacit, die wie die Flächen eines Oktaeders angeordnet sind. Dazwischen bleiben zwickel- und bandförmige Reste von Taenit zurück. Die langen Abkühlungszeiten machen es verständlich, warum diese Strukturen auf der Erde nicht nachgemacht werden können und deshalb ein Erkennungsmerkmal für meteoritisches Eisen sind.

 

 

Links

Fundgebiet in Schweden nahe zur finnländischen Grenze


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