Können Papageien husten?

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Papageien können zwar nicht so husten wie wir Menschen es tun, also Husten um z.B. Schleim aus der Lunge nach oben zu beför- dern... Vögel haben kein Zwerchfell. Sie können aber sehr wohl hustenähnliche Geräusche machen, die nicht nur reines Nachahmen sind, sondern tatsächlich mit einem Atemwegsproblem zusammenhängen!

 

 

Bei Vögeln und Papageien muss man sehr aufpassen: sie verdrängen und verdecken ihre Krankheit und wollen so lange wie möglich gesund erschei- nen. In der Wildnis werden schwache und kranke Vögel schnell das Opfer von Fressfeinden. Ein Papagei also, der krank erscheint, ist ernsthaft be- troffen und weist ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium auf. Er muss schnellstens zum geeigneten (Vogel-)Spezialisten!

 

Als Papageienbesitzer sollte man sich rechtzeitig nach einem geeigneten Spezialisten umsehen und vielleicht mal einen ersten Kennenlern-Besuch möglichst noch mit einem gesunden Vogel durchführen!


"Normale" Tierärzte kennen sich im Normalfall mit Papageien nicht aus und werden dies bei Anfrage auch entsprechend mitteilen. Wenn man Glück hat, kennen sie einen Vogel-Spezialisten. Ist aber "Not am Manne (bzw. Papagei)" tritt schnell Panik auf, wo man seinen Vogel hinbringen kann!

 

 

Siehe auch auf meiner Unterseite "Links" mit einer Suchmöglichkeit nach Vogel-Spezialisten (geordnet nach Postleitzahlen)!

Das erste Mal in seinem nunmehr 20jährigen Leben war Charlie also richtig krank...

 

Im Nachhinein muss ich sagen, dass er schon seit ein paar Tagen nicht mehr so viel gefressen hatte... da er aber immer wieder mal etwas "heikel" ist, dachte ich nicht, dass das besorgniserregend sein könnte.

 

Die nächste Stufe war dann, dass sich sein morgendliches "Guten Morgen" etwas heiser anhörte - als ob er im Stimmbruch wäre.

 

Kurzer Exkurs: Natürlich hat ein Papagei keinen Kehlkopf und keine Stimmbänder wie wir Menschen... Zitat Anfang: >>> "der Stimmkopf der Vögel, die Syrinx, sitzt tiefer. Vögel singen aus voller Brust. In der Region, in der sich ihre Luftröhre in zwei Äste aufspaltet, liegen schwingfähige Membranen, deren Spannung durch Muskeln verändert werden kann. Manche Singvögel können ihr Stimmorgan im rechten und linken Ast unabhängig voneinander benutzen und zweistimmig singen. Papageien haben ein einfaches Stimmorgan mit weniger Muskelgruppen, aber sie besitzen eine außergewöhnlich dicke Zunge. So wie der Mensch viele Laute mit Hilfe der Zunge formt, indem er die Zungenspitze oder den Zungensaum zu bestimmten Artikulationsstellen hinführt, bewegen auch Papageienvögel ihre Zunge beim Sprechen. Sie können sich durch einen besonderen Zungenschlag artikulieren und uns deshalb nachplappern." <<< Zitat Ende Tagesspiegel.de: Warum können Papageien sprechen?

 

Auf jeden Fall machte mich diese "Heiserkeit" hellhörig und ich beobachtete Charlie etwas genauer. Bald begann er leicht zu hüsteln. Da ich aber selber etwas ange- schlagen war und er mich und alle möglichen Geräusche (natürlich mit Vorliebe "menschliche" Geräusche, wie Husten, Niesen, Flaschen öffnen, Flüssigkeiten eingießen etc.) nachmacht, dachte ich erst, dass er mich vielleicht imitiert.

 

Doch schon bald hörte es sich für mich eher wie ein "echter" Husten an mit dem er zu kämpfen hatte. Am nächsten Tag war ich den ganzen Tag unterwegs und abends dann ging ein wahres Hustenkonzert los... so ungefähr im 5-Minuten-Takt! Er hustete "nur", niesen oder so mußte er nicht - es gab auch keinen Schleim oder Auswurf. Krank sah Charlie aber nicht unbedingt aus... er fraß, er quatschte und nur manch- mal saß er etwas ruhiger im Käfig.

 

Trotzdem rief ich am darauffolgenden Vormittag bei der Papageienärztin unseres Vertrauens, Dr. Reball, an, die mir dann am Nachmittag schon einen Termin geben konnte. Blöd war, dass das wohl die kältesten Tage des gesamten Winters waren und ich natürlich Bedenken hatte, ihn ausgerechnet da zu transportieren! Frau Dr. Reball aber meinte, dass sie sich Charlie schon ansehen müsse, um zu beurteilen, was mit ihm los ist (was natürlich absolut richtig ist)!

 

Also wurde der Wagen erstmal aufgewärmt, in dem er solange gefahren wurde, bis warme Luft aus dem Gebläse kam und der Wagen aufgeheizt war. Dann wurde die Sitzheizung angemacht. In der Zwischenzeit zog Charlie in seine Transportbox (eigentlich eine Transportbox für Katzen - igitt!! :-) um. Er wurde in aufgewärmte Handtücher eingemummelt und rund um die Transportbox kam eine weiche, dicke Fleecedecke. Charlie protestierte zwar lautstark, ließ dann aber alles über sich ergehen. Hurtig kam die Transportbox in den Wagen. Wir haben das Glück, dass wir gleich in einem Nachbarort von Unterhaching, wo Frau Dr. Reball ihre Praxis hat, wohnen und deshalb nicht weit fahren müssen.

 

Charlie war bei dieser Fahrt sehr handsam und hatte ein besonders "Nähebedürfnis" nuckelte er doch die ganze Zeit an meinen Fingern herum, die ich durch das Gitter in die Box gesteckt hatte.

 

In der Praxis angekommen, ließ er gleichmal als erstes sein Hüsteln vernehmen und Frau Dr. Reball meinte auch, dass das kein Nachahmen ist. Um Charlie untersuchen zu können, mußte er unter Narkose gesetzt werden und Frau Dr. Reball meinte, dass ich in der Zwischenzeit einen Kaffee trinken gehen könne und in ca. 45 Minuten wieder zurück kommen solle. Mit etwas gemischten Gefühlen verließ ich die Praxis...

 

In der Zwischenzeit wurde Charlie geröntgt, ihm wurde Blut abgenommen und es wurden Abstriche gemacht... außerdem untersuchte Frau Dr.Reball seine Luftröhre. Die Narkose überstand Charlie gut.

 

Folgendes kam bei den Untersuchungen heraus:

  • die Entzündungswerte im Blut sind erhöht
  • im Röntgenbild sieht man "wolkige" Gebilde in der oberen Lunge und im Rachen
  • Charlie hat einen unangenehmen Geruch im Rachen
  • Charlie hatte ca. 20 Gramm an Gewicht verloren
  • in der Luftröhre ist nichts zu sehen
  • die anderen Organe schauen okay aus.
  • die Abstriche müssen erst noch im Labor ausgewertet werden, was ein paar Tage dauern könne

 

Als Therapie schlug Frau Dr. Reball vor:

  • Antibiotikum (1x am Tag)
  • Anti-Pilzmittel (2x am Tag)

 

Beides bekam ich mit nach Hause mit dem Auftrag, Charlie täglich die Medizin in den Schnabel einzugeben. Dazu bekam ich noch ein paar Einwegspritzen mit, die ich dafür nutzen konnte. Frau Dr. Reball zeigte mir genau, wie ich das Mittel eingeben konnte:

  • Vogel in ein Handtuch wickeln,
  • den Kopf von hinten abstützen und an beiden Backen leicht festhalten,
  • die Spritze ganz hinten im Schnabelwinkel ansetzen und
  • die Flüssigkeit langsam aber stetig in die Schnabelhöhle eingeben.

 

Das Ganze macht man möglichst ruhig und zügig ohne großes Tamtam... Charlie schluckt alles tapfer runter. Danach gibt es ein paar Streicheleinheiten und einen Leckerbissen. Braver Charlie! 

 

Armer Charlie!
Armer Charlie!

 

Dann kam das Wochenende, aber leider kam es mit dem Antibiotikum und dem Pilzmittel nicht zu einer erhofften "Spontanheilung", d.h. Charlie hustete erstmal weiter, sodass ich meinte, dass das Antibiotikum wohl nicht das richtige sein könne. Außerdem saß er jetzt mit hängenden Flügeln auf der Stange und begann, häufig mit dem Schnabel durch die Federn zu fahren. Als gutes Zeichen wertete ich aber, dass er wieder kräftig zu fressen begann!

 

Was uns dann allerdings ziemlich erschreckte, war, dass er anfing vor sich hin zu "jammern" - d.h. wenn er ruhig und müde war und vielleicht auch schlafen wollte (den Kopf auf dem Rücken), wimmerte er sehr leise vor sich hin. Das hatten wir noch nie von ihm gehört!!

 

Nach ca. 5 Tagen wurde es dann aber deutlich besser. In der Zwischenzeit hatte sich auch bestätigt, dass das richtige Antibiotikum für die Bakterieninfektion (Klebsiella) ausgewählt worden war.

 

Am 6. Tag waren wir dann nochmals zur Nachschau bei Frau Dr. Reball. Charlie ging es in der Zwischenzeit auch wieder deutlich besser und er hatte auch schon wieder an Gewicht zugenommen. Bis auf vereinzeltes Husten und das "komische" Wimmern ist er wie immer.

 

Trotzdem wurde die Antibiotika- und Pilztherapie noch etwas fortgesetzt, gerade auch, weil die Besserung bei Charlie ja erst nach ein paar Tagen eingetreten war. "Wimmern" tut Charlie immer noch - keine Ahnung warum - vielleicht ein neue Marotte?

 

Anmerkung: Mittlerweile glaube ich, dass das "Wimmern" mit der trockenen Heizungsluft zu tun hat... hänge ich ein feuchtes Handtuch über seinen Käfig, hört er fast zeitgleich mit dem Wimmern auf! Leider war das aber nur ein kurzer Erfolg... weiteres auf der Unterseite "Unliebsame Geräusche".

 

Zu seinem Imunaufbau bekommt Charlie momentan noch Alvimun von alfavet. Alvimun wird auch für Brieftauben eingesetzt und ist ein ausschließlich pflanz- liches, homöopathisches Präparat mit Echinaceae, Baptisia und Thuja, das zur Abwehrsteigerung und Entgiftung des Körpers eingesetzt wird. Es ist mischbar mit allen Medikamenten und hervorragend geeignet als Infektionsprophylaxe sowie Minderung von Arzneimittelnebenwirkungen. Charlie bekommt es in sein Wasser und er mag es sehr gerne!

 

 

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