Winnie, die Italienerin

Winnie, die hübsche kleine Italienerin
Winnie, die hübsche kleine Italienerin

Winnie ist die Nachfolgerin von Nachbarshund Timi.

 

Timi wurde schmerzhaft vermisst und so war für meine Nachbarin bald klar, dass ein Nachfolgehund kommen muss. Ein Welpe sollte es nicht sein, der Hund sollte schon etwas älter und nicht zu groß sein.

 

Auslandshund

Es ist derzeit gar nicht so einfach, einen derartigen Hund (kein Welpe) in Deutschland zu bekommen. Der Markt ist überschwemmt mit sog. "armen" Hunden aus den Mittelmeerländern oder sonstwo her. Auch im Tierheim ist es ähnlich. Einen in Deutschland aufgewachsenen Hund bekommt man kaum mehr.

 

Doch warum mache ich eigentlichen diesen Unterschied zwischen einem in Deutschland aufgewachsenen Hund und einen Auslandshund?

 

In Deutschland aufgewachsene Hunde sind anders sozialisiert als Auslandshunde. Die vermittelten Auslandshunde sind zumeist Arbeitshunde (Jagdhunde), die zu ihrer Arbeit nicht mehr taugen, oder gleich schon Straßenhunde, die herumstreunten und nicht (mehr) im Familienverband unterwegs waren. In Deutschland aufgewachsene Hunde sind aber zumeist Familienhunde, die - aus welchen Gründen auch immer - abgegeben werden.

 

Mit einem Auslandshunde holt man sich Probleme ins Haus, die wir hier so nicht kennen - dessen muss man sich bewußt sein! Diese Hunde vertragen sich meistens gut mit anderen Hunden, sind unabhängig, wenig verhätschelt und haben so gut wie nie wirklich in einem engen menschlichen Familienverband gelebt. Sie hören kaum auf Kommandos, haben meistens einen großen Jagdtrieb und haben - je nach dem, was sie bereits erlebt haben, große Scheu vor den verschiedensten Dingen. Möglicherweise haben sie Krankheiten, die im Mittelmeerraum durch Insektenstiche oder Parasiten übertragen werden, die wir hier nicht kennen, die kaum behandelbar sind und deren Krankheitsbilder teilweise fürchterlich sind (z.B. Leishmaniose).

 

Ich will damit aber nicht sagen, dass es nicht genauso (ggf. andere) Probleme mit einem deutschen, erwachsen vermittelten, Hund geben kann. Der deutsche Hund will einen vielleicht nicht mehr auf "seine" Couch lassen, will nicht alleine bleiben und fällt jeden Hund auf der Straße an (weil es möglicherweise ein verhätscheltes "Vieh" ist, dem die Grundbegriffe der Erziehung und Familien-/Rangordnung niemals mit der notwendigen Konsequenz beigebracht wurden). Man sehe sich nur die verschiedenen "Hundeflüsterer"-Sendungen (z.B. Rütter) mit den jeweiligen Problemhunden (kleinen Tyrannen) an. Und einen Jagdtrieb haben grundsätzlich alle Hunde - bloß wurden deutsche Hunde vielleicht nicht auch noch gleich direkt als Jagdhund ausgebildet!

 

Aber zurück zum Thema: man bekommt derzeit Hunde aus Spanien, Griechenland, Italien, Ungarn... aber sogar auch aus Bulgarien, Rumänien, Polen und Russland etc. Viele dieser Hunde sind "Straßenköter" (auch aus dem Tierheim), die in ihren Heimatländern keiner mehr haben will (vielleicht spielt derzeit auch die Finanzkrise in vielen der südlichen EU-Ländern eine Rolle, in der vielleicht das Futter nicht mehr finanziert werden kann und der Hund schweren Herzens weggegeben werden muss oder eben ausgesetzt wird). Hinzu kommt noch, dass in den südlichen Ländern ein Hund (insbesondere unter dem Aspekt "Arbeitshund") kaum aus dem Tierheim genommen wird: der Hund wurde ja schon mal weggegeben... das muss einen Grund haben - lieber nimmt man sich (wenn überhaupt) wieder einen Welpen.

 

Manchmal habe ich aber auch das Gefühl, dass bei der Vermittlung von Auslandshunden - auch wenn es manchmal echte Enthusiasten gibt, denen wirklich nur das Wohl der vermittelten Tiere am Herzen liegt - ein ziemliches Geschäft dahintersteht. Häufig gibt es sog. Schutzverträge, bei denen, egal wie alt der Hund ist und ob er Krankheiten oder Verletzungen hat, eine Schutzgebühr von 200 - 300 Euro gezahlt werden soll.

 

Manchmal werden die Hunde aus dem Tierheim (der Tötungsstation) im Ausland ohne vorheriges Kennenlernen nach Deutschland geschickt und sollen dann hier vom Neubesitzer, ohne irgendwelche Vorkenntnisse zum Hund oder dessen gesundheitlichen Zustand, direkt am Flughafen abgeholt werden.

 

Von dieser Art der Vermittlung kann man wirklich nur abraten! Immerhin soll dieses Tier in die Familie aufgenommen werden und die nächsten - vielleicht - 10 Jahre in der Familie leben. Da sollte man schon das Tier vorher besichtigt und ersten Kontakt aufgenommen haben. Denn nichts ist schlimmer für das Tier, als dann in Deutschland ggf. von einem Hundehalter zum nächsten abgeschoben zu werden!

 

 

Links

 

Eine wirklich interessante und empfehlenswerte Seite zum Thema Auslandshund: www.inselhunde.de (beschäftigt sich u.a. mit der Vermittlung, Krankheiten, Erziehung, hat Checklisten und Erfahrungsberichte)

 

WinnieWinnieWinnie

Nun ja... durch eine Zeitungsannonce wurden wir dann auf Lisa/Winnie aufmerksam. Wie sich herausstellte, kommt Winnie aus Italien und dürfte wohl ein ziemlich reinrassiger Epagneul breton tricolor sein. Der Hund war bereits seit vier Monaten bei einer Pflegestelle in Deutschland und wir konnten uns den Hund vor Ort ansehen.

 

Das erste Kennenlernen

 

Zuerst sahen wir in erster Linie einen "weißen Strich" im Garten umhertoben... Winnie raste wie von der Tarantel gestochen im Garten umher. Dann fand sie zielstrebig das Loch im Zaun und war erstmal verschwunden. Die Pflegerin, hatte den Hund jedoch bald eingefangen und jetzt sahen wir Winnie das erste Mal etwas genauer... sie ist ja wirklich eine kleine Schönheit und als wir einen Spaziergang gemacht hatten, den sie sehr brav hinter sich brachte, wollten wir es mit ihr versuchen und sie erstmal ein paar Tage zur Probe mitnehmen. Wir durften Winnie dann ein paar Tage später ohne Probleme mitnehmen.

 

Zu diesem Zeitpunkt hatte Winnie eine veritable Blasenentzündung und eine Augenentzündung, die aber beide schon durch den Tierarzt bei der Pflegestelle behandelt wurden. Wir wurden mit Antibiotika ausgestattet, die dann auch verhältnismäßig schnell wirkten.

 

Winnie ist sterilisiert, gechipt und hat einen EU-Pass (Impfbuch). Eine echte Untersuchung auf Mittelmeerkrankheiten lag dagegen (noch) nicht vor.

 

Es sollte auch keine Schutzgebühr bezahlt werden, eine Spende würde aber gerne gesehen (nicht an die Stelle selber, sondern an eine Organisation nach eigener Wahl). Insgesamt sah diese Vermittlungspraxis sehr vertrauenserweckend aus! Nicht zuletzt auch mit dem Angebot, den Hund wieder zurückzunehmen, falls wir nicht mit ihm zurechtkommen sollten. Wobei man sich allerdings im Klaren sein muss, dass jede Station/Rückgabe, die ein Vermittlungshund durchmachen muss, sich dann eher negativ auf sein Verhalten auswirken kann...

 

Das erste "Heimkommen"

 

Zuhause angekommen (die Autofahrt verlief ohne Probleme), war Winnie dann sehr anhänglich und verschmust. Sie kannte so gut wie keine Kommandos (vielleicht ansatzweise "Hier" und "Bleib"). Sie hatte kein Interesse am Spielen.

 

Im Garten raste sie erstmal herum und ich sah die Singvögel, die ich den ganzen Winter durchgefüttert hatte, mit lautem Gequietsche aus den Büschen fahren. Kein Dickicht im Garten ist zu eng und jede Schwachstelle im Gartenzaun sofort gefunden... okay, okay... Lektion gelernt... im Garten frei laufen lassen... das kann man wohl erstmal vergessen... also nur noch mit der Leine.

 

Die erste Nacht verbrachte ich mit ihr im Wohnzimmer. Sie war sehr brav - mußte aber wegen der Blasenentzündung mehrmals in der Nacht (an der Leine) in den Garten raus. Den Papagei ließ sie in Ruhe und die Katze der Nachbarin (bei einer Stipvisite in unserem Garten) ebenfalls.

 

Der erste längere Spaziergang

 

Am nächsten Morgen stand dann also der erste große Spaziergang an. Ich hatte die schönen, ruhigen Wald-Spaziergänge mit dem Vorgängerhund Timi geliebt... aber natürlich verlief der Spaziergang mit Winnie gaaaanz anders!

 

Jetzt kehrte Winnie den "Jagdhund pur" heraus. War sie im Haus noch super anhänglich und auf einen fixiert (mußte überall mitgehen und selbst das kurze Schließen der Badezimmertür führte zu leisem Fiepen), so war sie jetzt das genaue Gegenteil.

 

Die Nase am Boden, war "die da hinten" am anderen Ende der Leine nur noch Ballast, den es möglichst schnell loszuwerden galt. Erstaunlich, wie viel Kraft in dem eigentlich gar nicht so großen Hund (ca. 50 cm Schulterhöhe und 15 kg Gewicht) steckt! Auf Kommandos, Namen rufen etc. reagierte sie überhaupt nicht. Der Spaziergang war ein 2-stündiger Kampf, mein Arm durch das ewige Ziehen wohl um 2 cm länger geworden... abscheulich!!

 

Was hatte man sich denn da eingehandelt?! Darauf war ich nicht vorbereitet... aber so schnell geben wir natürlich nicht auf!!

 

 

 

... wird fortgesetzt :-)

 

 

 

Themen:

Erziehung

Krankheiten

 

 

 

 

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